Und wen wählst du?

Ein Zeitreise-Bericht der Klasse 10b des BIP Kreativitätsgymnasiums Leipzig vom 15. bis 16. Dezember 2022

Eine Szene, die sich im Jahre 2045 zugetragen hat…

1. Akt: Im Wahllokal

 Handelnde Personen:  

  • Anna – Junge DEP-Wählerin  
  • Sophie – Unentschieden  
  • Karl – Alter Mann, will etwas ändern  
  • Maximilian – DNF-Wähler  

Im Wahllokal bildet sich vor den Wahlkabinen eine Schlange. Die Anstehenden fangen ein Gespräch an.

Anna (freudig): Ich kann es gar nicht erwarten, endlich wieder meine Stimme abzugeben. Seit ich 14 bin, gebe ich meine Stimme immer der Deutschen Einheitspartei. Mein Vater sagt, das sind die einzig guten.

Maximilian (empört): Waaas, die DEP tut nichts für die ärmeren Bevölkerungsschichten und kümmert sich nur um die Reichen! Deshalb gebe ich meine Stimme der Deutschen Neuen Freiheit! Die Wahl von 2041 darf sich nicht wiederholen!

Sophie (zweifelnd): Ich weiß nicht so recht, was ich von der DNF halten soll. Auf der einen Seite finde ich ihre Ideen gut. Auf der anderen Seite bezweifle ich, dass sie wirklich etwas bewirken können.

Karl (wettert los): Ist doch egal! So lange die Oligarchenfamilien alles manipulieren, wird sich doch sowieso nichts verändern. Sie kontrollieren alle Bereiche! Und unterdrücken uns somit. Wir brauchen eine Revolution, um wirklich etwas zu bewegen.

Sophie (entsetzt): Eine Revolution? Bist du verrückt geworden? Das würde doch nur Chaos und Gewalt bedeuten. Wir müssen uns an das System halten und auf legale Weise für Veränderung kämpfen!

Karl: Das funktioniert nicht! Das System ist korrupt und ungerecht. Wir müssen uns richtig wehren und uns nicht länger von den Oligarchen ausbeuten lassen. Ich glaube, die DNF ist der erste richtige Schritt in die richtige Richtung.

Sophie: Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob die DNF die Antwort auf unsere Probleme ist. Vielleicht sollten wir uns lieber auf andere, etabliertere Parteien konzentrieren, die mehr Erfahrung in der Politik haben.

Karl: Nein, es spielt eh keine Rolle, welche Partei wir wählen. Solange das System korrupt bleibt, wird sich nie etwas ändern. Wir müssen jetzt handeln und uns wehren, solange es nicht zu spät ist!

Maximilian (nachdenklich): Ich denke, wir sollten uns nicht in Gewalt stürzen. Wir müssen uns an das Gesetz halten. Nur so können wir eine bessere Zukunft für unser Land sichern.

Anna: Naja, ist ja auch egal, guckt mal: Da sind zwei Wahlkabinen frei.

Die kleine Runde löst sich auf, alle gehen wählen. Doch das ist nicht das letzte Mal, dass sie sich sehen.


2. Akt: Auf der Demo

 Handelnde Personen:  

  • Anna – Junge DEP-Wählerin  
  • Sophie – Unentschieden  
  • Karl – Alter Mann, will etwas ändern  
  • Maximilian – DNF-Wähler  

Nach der Wahl – die DEP hat haushoch gewonnen – gehen Anhänger der DNF auf die Straße. Auf einer Demonstration sind auch Karl und Maximilian zu sehen, die wieder auf Anna und Sophie treffen.

Maximilian (ruft laut): DNF! DNF! DNF!

Anna (irritiert): Ich kann nicht glauben, dass ihr immer noch für die DNF seid. Habt ihr nicht gesehen, was für Chaos und Gewalt sie auf der Straße verbreitet?

Maximilian: Das ist doch nur die Reaktion auf die Ungerechtigkeiten in unserem Land. Die DEP und die Oligarchen sind Schuld daran, nicht die DNF!

Sophie (vermittelnd): Ich denke, dass die DNF gute Ideen hat, aber ihre Methoden falsch sind. Wir müssen friedlich für Veränderung kämpfen, nicht mit Gewalt.

Karl (wütend): Friedlichkeit hat uns bisher noch nie etwas genützt! Die Oligarchen und die DEP werden sich nie freiwillig ändern.

Anna: Aber Gewalt ist doch keine Lösung. Wir müssen an das System glauben. Sonst werden wir nur noch mehr Ungerechtigkeit und Chaos hervorrufen.

Maximilian: Wir müssen uns richtig wehren und uns nicht weiter ausbeuten lassen. Die DNF bietet die einzig realistische Chance, etwas zu ändern.

Anna: Ich bin der Meinung, dass wir uns nicht auf die DNF verlassen sollten. Ältere Parteien haben einfach mehr Erfahrung und können so mehr erreichen.

Karl: Die DEP wird sowieso alle Wahlen gewinnen, die sind doch gefälscht! Die Demonstration ist unser einziger Weg, unseren Unmut zu äußern!

Sophie: Ich glaube immer noch, dass Gewalt keine Lösung ist. Wir müssen uns an das Gesetz halten und auf legale Weise für Veränderung kämpfen.

So gehen die vier wieder auseinander – zwei nach Hause, zwei bleiben weiter auf der Straße. Doch das wird bittere Konsequenzen für sie haben…


3. Akt: Der Schauprozess

 Handelnde Personen:

  • Richter – vom Staat eingesetzt, DEP-Anhänger  
  • Zeuge – Mitläufer im System  
  • Karl K. – Angeklagter  
  • Maximilian M. – Angeklagter  

Im Gerichtssaal werden die uns bekannten Karl und Maximilian angeklagt. Der Richter liest die Anklageschrift vor.

Richter: Wir haben uns heute hier versammelt, um Karl K. und Maximilian M. wegen Anstiftung zu einem Staatsstreich anzuklagen. Sie wollten außerdem das Volk gegen unseren Staat aufhetzen. Damit haben sie die öffentliche Sicherheit gefährdet und sich des Hochverrats schuldig gemacht.

Maximilian (ehrlich erstaunt): Was? Ich dachte, wir haben eine Demokratie! Und ich kann sagen, was ich denke!

Karl (wütend): Genau! Die DEP setzt sich nur für das reichste 1 % unserer Bevölkerung ein. Und das seit Jahren! Das Volk hungert!

Die Zuschauer werden unruhig, es wird laut im Saal.

Richter (laut): Ruhe!

Alle beruhigen sich.

Richter: Erst einmal hören wir uns an, was unser Zeuge zu sagen hat.

Der Zeuge betritt den Zeugenstand.

Zeuge: Ich konnte mit meiner Drohne die Menge beobachten und die Angeklagten filmen. Sie beide haben gegen den Staat und insbesondere die DEP gehetzt. Ihre Ziele waren klar. Sie wollten Leute dazu bewegen, die Regierung zu stürzen.

Maximilian: Das stimmt nicht! Und warum sollten wir denn sonst demonstrieren gehen dürfen, wenn wir dort unsere Meinung nicht sagen können!? Und versuchen, andere Leute zu überzeugen? Ich dachte, die Demokratie erlaubt es uns, zu sagen, was wir denken!

Richter (gutmütig): Natürlich haben wir eine Demokratie. Es gibt schließlich freie Wahlen und Gewaltenteilung.

Karl: Sie wissen doch genau, dass die Wahlen für die DEP manipuliert sind! Genau wie Sie und dieser Prozess, Herr Richter!

Richter (empört): Das ist ja unerhört! (beruhigt sich) Mehr brauche ich nicht zu hören. Wir kommen direkt zum Urteil. Erheben Sie sich!

Alle stehen auf.

Richter: Herr K., aufgrund Ihres fortgeschrittenen Alters verurteile ich Sie zu 12 Jahren Zwangsarbeit in der Roboterfabrik 7. Herr M., da Sie noch nicht volljährig sind, besteht Hoffnung auf Besserung. Wir schicken Sie in ein Umerziehungslager für politische Irrläufer.

Die Zuschauer applaudieren, Karl K. und Maximilian M. schauen betroffen zu Boden. Sie werden in Handschellen aus dem Saal geführt.