Lazytown

Ein Zeitreise-Bericht der Klasse 10/1 am Christian-Gottfried-Ehrenberg-Gymnasium in Delitzsch
(Workshop 14.-15. Mai 2024)

Wir schreiben das Jahr 2045

Die Welt im Ort Lazytown hat sich radikal verändert. Roboter haben fast alle Arbeitsplätze übernommen, was zu massenhafter Arbeitslosigkeit und weit verbreiteter Depression geführt hat.

Um die Menschen bei Laune zu halten, hat der Staat eine Pille entwickelt, die Glücksgefühle erzeugt. Doch diese Pille hat eine dunkle Seite: Wer sie nicht regelmäßig einnimmt, leidet unter schweren Entzugserscheinungen und wird aggressiv.

Viele Menschen greifen zusätzlich zu anderen Drogen und suchen Trost in Bordellen für unterschiedlichste sexuelle Orientierungen, da das Leben sonst wenig Freude bietet.


Ein Tag im Jahr 2045…

1. Akt: Vor dem Club

 Handelnde Personen:  

  • Tom  
  • Obdachloser Mann  
  • Security  

Der Mann, nennen wir ihn Tom, nähert sich dem Bordell. Vor der Tür sitzt ein Obdachloser.

Obdachloser: Haben Sie etwas Kleingeld für mich, bitte?

Tom: (aggressiv) Verschwinde! Such dir einen Job, wenn du Geld willst!

Obdachloser: Aber es gibt doch keine Jobs mehr…

Tom: Das ist mir egal. Aus dem Weg!

Tom stößt den Obdachlosen grob zur Seite. Der Security-Mann des Bordells, groß und muskulös, tritt vor die Tür.

Security-Mann: Hey, beruhig dich. Wir wollen hier keinen Ärger.

Tom: (aggressiv) Lass mich einfach rein!

Security-Mann: (zögert, lässt ihn dann aber rein) Okay, aber benimm dich.

Tom geht hinein, während der Obdachlose traurig hinterherblickt.


2. Akt: Der Streit

 Handelnde Personen:  

  • Tom  
  • Obdachloser Mann  
  • Security  

Tom kommt aus dem Bordell und wirkt entspannter. Der Obdachlose sitzt immer noch vor der Tür.

Obdachloser: Entschuldigung, haben Sie jetzt etwas Kleingeld?

Tom: (freundlicher) Hier, nimm das. Kauf dir was zu essen.

Tom gibt dem Obdachlosen etwas Geld. Der Security-Mann kommt wieder nach draußen, seine Arme verschränkt.

Security-Mann: Du hast wirklich ein Problem, weißt du das?

Tom: Hey, ich hab mich doch beruhigt. Ich hab nur meine Pille vergessen.

Security-Mann: Das ändert nichts an deinem Verhalten vorhin.

Tom: Komm schon, ich hab einen schlechten Tag gehabt. Du weißt doch, wie das ist.

Security-Mann: Das rechtfertigt nichts. Du hast den Obdachlosen wie Dreck behandelt, hör auf, das auf die Pille zu schieben!

Der Security-Mann und Tom beginnen sich immer lauter zu streiten. Die Spannung steigt, und der Streit eskaliert.

Security Mann: Jetzt reicht’s! Das war’s!

Der Security-Mann stößt Tom auf die Straße, direkt vor einen herannahenden autonomen Bullettrain. Der Zug erfasst Tom, und er wird tödlich verletzt. Der Obdachlose schreit entsetzt auf.


3. Akt: In der Villa

 Handelnde Personen:  

  • Richard  
  • Dienstroboter  

Der erfolgreiche Geschäftsmann Richard sitzt in einem luxuriösen Wohnzimmer, umgeben von teuren Kunstwerken und Designermöbeln. Auf einem großen Bildschirm laufen die Nachrichten.

Nachrichtensprecher: Ein Mann wurde heute von einem autonomen Bullettrain erfasst, nachdem er vor einem Bordell in einen Streit geraten war. Es wird vermutet, dass er unter dem Einfluss der staatlich verordneten Glückspille stand.

Richard: (lacht) Wie lächerlich. Diese Idioten wissen einfach nicht, wie man sich benimmt.

Richard greift nach einem Glas teuren Whiskys und nimmt einen Schluck, während er sich zurücklehnt.

Richard: Wenigstens läuft das Geschäft gut. Solange sie ihre Pillen schlucken, kann mir der Rest egal sein.

Ein Dienstroboter betritt den Raum und bringt Richard eine Schale mit exotischen Früchten.

Roboter: Möchten Sie sonst noch etwas, Sir?

Richard: Nein, das wird alles sein. Geh jetzt und nerv mich nicht!

Der Roboter verbeugt sich leicht und verlässt den Raum. Richard richtet seine Aufmerksamkeit wieder auf den Bildschirm.

Nachrichtensprecher: Trotz des Chaos, das durch die Pillen verursacht wird, regt sich weiterhin kein Widerstand in der Bevölkerung. Es scheint, als seien die Menschen einfach zu faul geworden.

Richard: (grinsend) Die Leute sind so einfach zu kontrollieren. Wir hätten diese Pille schon viel eher auf den Markt bringen sollen. Jetzt habe ich endlich alles im Griff. Solange sie schön weiter ihre Pille nehmen, füllen sie damit sogar noch meine Taschen!

Richard genießt seine Macht und seinen Reichtum, unbeeindruckt vom Leid der Menschen, die in der von ihm mitgestalteten Welt leben.